Mineralwasser gibt es in den unterschiedlichsten Behältnissen zu kaufen: in Wasserflaschen, Getränkekartons und sogar in Dosen. Doch welche Verpackungen sind gut für die Umwelt und wovon sollte man als Konsument lieber die Finger lassen? Wir verraten, wie nachhaltig die unterschiedlichen Behältnisse sind.

Welche Verpackungen gibt es?

Bei Wasserbehältnissen wird zwischen Einweg- und Mehrweg-Systemen unterschieden. Das wohl bekannteste Wasserbehältnis ist die Normbrunnenflasche aus Glas, die umgangssprachlich auch Perlenflasche genannt wird. Sie gehört zum Mehrweg-System. Die 0,7-Liter Glasflasche mit Schraubverschluss und kleinen „Perlen“ auf dem bauchigen Teil der Flasche kam vor über 40 Jahren auf den deutschen Markt. Neben der Normbrunnenflasche gibt es noch Plastikflaschen aus PET im Mehrweg-System. Im Einweg-System sind nachfolgende Behältnisse handelsüblich:

  • Plastikflaschen aus PET
  • Getränkekartons
  • Aluminiumdosen

Die Wasserbehätnisse unterscheiden sich besonders in einem Aspekt: dem Recycling. Die Einweg-Systeme Getränkekartons und Aluminiumdosen gelangen schon nach dem einmaligen Gebrauch wieder in den Recycling-Kreislauf. Bei Plastikflaschen muss man zwischen Einweg- und Mehrwegflaschen unterscheiden. Die zumeist dünneren Einwegflaschen werden, wie alle Einweg-Behältnisse, nach dem ersten Gebrauch recycelt. Die Mehrweg-Flaschen aus Plastik erst nach mehreren Verwendungen. Bei PET-Flaschen gibt es also ein Einweg- und ein Mehrweg-System. 

Was bedeutet Einweg und Mehrweg?

Der Unterschied zwischen Mehrweg- und Einwegflaschen liegt in der Anzahl der Befüllungen, die eine einzelne Flasche durchlebt, bevor sie weiter verwertet wird. Einwegbehälter werden nach der ersten Befüllung sofort recycelt. PET-Flaschen aus dem Mehrweg-System können bis zu 25-mal verwendet werden. Mehrweg-Glasflaschen sogar bis zu 50-mal – danach werden auch sie recycelt. Mehrwegflaschen hingegen werden mehrere Male hintereinander befüllt. Welche Folgen das für die Nachhaltigkeit und die Öko-Bilanz dieser Flaschen hat, kann man der nachfolgenden Grafik entnehmen. Für 35% des Plastikmülls in Deutschland sind Verpackungen aller Art verantwortlich. Deshalb wird nachhaltige Wasserproduktion und umweltschonendes Recycling bei Bad Meinberger groß geschrieben. Für das Bad Meinberger-Mineralwasser werden deswegen ausschließlich PET- und Glasflaschen im Mehrwegsystem verwendet.

Vorteile und Nachteile der Getränkeverpackungen

  VorteileNachteile
Mehrweg-GlasflascheMehrweg-Glasflasche- bis zu 50-mal wiederbefüllbar - hohes Gewicht
- hohe Transportemissionen
Mehrweg-PET-FlascheMehrweg-PET-Flasche- bis zu 25-mal wiederbefüllbar
- geringes Gewicht
- geringe Transportemissionen
- hoher Energieaufwand bei Herstellung
Einweg-PET-FlascheEinweg-PET-Flasche- geringes Gewicht
- geringe Transportemissionen
- nur einmal befüllbar
- nur zu 25 Prozent aus Recycling-Material
- hoher Energieaufwand bei Herstellung
- schlechteste Ökobilanz
GetränkekartonGetraenkekarton- teilweise aus nachwachsenden Rohstoffen
- fachgerechtes Recycling möglich
- geringes Gewicht
- Kunststoffanteil hat sich erhöht
- weite Transportstrecken belasten Ökobilanz
GetränkedoseDose- Aluminium ist gut recyclebar
- geringes Gewicht
- teure Herstellung, die viel Energie erfordert
- hoher CO2-Ausstoß
- nur einmal befüllbar

Pfand ist keine Garantie für Nachhaltigkeit

Allerdings sollte man hinsichtlich des Mehrweg-Systems und Pfands differenzieren: denn die dünnwandigen PET-Einweg-Flaschen werden zwar gegen Pfand zurückgenommen, aber nicht wieder befüllt. Diese werden häufig schon direkt an der Pfandannahmestelle gequetscht um später geschreddert zu werden. Das spart zwar Platz und Energie beim Transport, aber dennoch ist dieser Lebenszyklus sehr energieaufwändig. Das zeigt auch die Ökobilanz des Bundesumweltamtes. Auch wenn diese Flaschen in herkömmlichen Getränkekisten gekauft werden: die Einweg-Flaschen werden nach der ersten Verwendung geschreddert. 

Wer auf Nachhaltigkeit setzt und eine möglichst energiesparende Lösung für seine Getränke sucht, sollte auch auf Dosen und Aluminium verzichten. Das Aluminium muss entweder in großen Minen gefördert oder aufwändig aus alten Metallverbindungen recycelt werden. Bis aus einer Pfanddose wieder ein Getränkebehälter werden kann braucht man viel Energie für Transport und Aufbereitung. Beide Verpackungen, Einweg und Aluminium haben eine schlechtere Ökobilanz als die Mehrwegflaschen, weil sie durch die vielen CO2-Emissionen, die sie verursachen sehr viel Energie benötigen.

Welche Wasserflaschen sind nachhaltig?

Die umweltschonendste und nachhaltigste Variante sind Plastikflaschen, die mehrmals befüllt werden. Obwohl auch das Mehrweg-System mit Glasflaschen auf den ersten Blick sehr gut erscheinen mag, besitzt die wieder befüllbare PET-Flasche eine deutlich positivere Ökobilanz. Der Vorteil liegt hier im Gewicht der Plastik-Wasserflasche: Glas ist erheblich schwerer als Plastik und somit besonders beim Transport eine größere Belastung für die Umwelt. Auf ihrem Weg vom Hersteller bis zum Endverbraucher legen Wasserflaschen oftmals einen weiten Weg zurück. Addiert man alle Transportemissionen, so ist die Summe bei Glasflaschen deutlich höher als bei der Plastikflasche.

Getränke in Mehrwegflaschen aus Glas und Kunststoff sind nach wie vor am umweltfreundlichsten. Die beste Ökobilanz weisen Mehrwegflaschen von regionalen Anbietern auf.
Jochen Flasbarth, Präsident des Umweltbundesamts

Optimal ist es, wenn die Verbraucher nicht nur Wasserflaschen aus dem Mehrweg-System kaufen, sondern zudem regionale Produkte. Wer Bier, Säfte und Mineralwasser in Mehrweg-PET-Flaschen kauft, die aus der Region kommen, sorgt für die beste Ökobilanz. Achtet ihr auch darauf, dass eure Wasserflaschen möglichst nachhaltig sind? Erzählt mir gerne in den Kommentaren, was euch besonders wichtig ist und ob ihr gerne Produkte aus der eigenen Region trinkt.

Leonie Schwaiger
Leonie schreibt auf Glowing über einen achtsamen und bewussten Lifestyle. Veganes Essen, Kreativität und Nachhaltigkeit mag sie nicht nur privat, sondern teilt ihre Ideen auch gerne online mit ihren Lesern.